#03 - Djupslia - Vetåbua

Am Morgen schloss ich die Hütte ab und machte mich auf den Weg. Ab heute wird das Wetter schön, vielleicht ein bisschen zu schön zum Wandern. Eine Hitzewelle (hetebølge) hat sich über Norwegen festgesetzt und so benutzte ich etwas, was ich hier noch nie gebraucht habe - Sonnencreme. Obwohl es nur 24°C sind, ist man meist im baumlosen Fjell unterwegs und wenn dann noch ein bisschen Wind geht, hat man richtig schnell Sonnenbrand. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass die Sonne hier viel intensiver ist. 

Es ging erstmal auf einen Gipfel, die Åstkyrkja. Von dort hatte ich eine tolle Aussicht und bildete mir ein, am Horizont die Berge des Rondane schon zu erkennen, wo ich in 5 Tagen sein werde. Dann ging es durch eine sehr sumpfige Senke und dann wieder ins baumlose Fjell. Es war ein herrliches Tal mit leichten Anhöhen auf beiden Seiten, wo das Laufen richtig Spaß machte. Und als ich dann noch einen Fjellrype (Schneehuhn) hörte, dachte ich: So, jetzt bin ich auf der Tour angekommen. Und dann schrie ich vor Glück laut ins Fjell. Den Rype störte das nicht, den hatte ich vorher schon verschreckt.

Schön war auch, dass die riesige Sumpfebene, die es jetzt zu überwinden gab, ganz unnorwegisch mir Planken ausgelegt war.

An der Vetåbua war ich von der Hitze des Tages doch ganz schön fertig, so dass ich erstmal das Proviantlager der Hütte nach Dosenobst untersuchte. Eine große Dose Pfirsiche wurde gleich vertilgt. Der Hammer bei dieser Hütte ist der Erdkeller unter der zweiten Hütte. Dort lagerten schön kühl Brause und alkoholfreies Bier, was man gegen einen kleinen Betrag kaufen konnte. 

Da das Wetter so gut war, zeltete ich und als ich gerade an der Hütte meine Wäsche gewaschen hatte, kam ein älteres Ehepaar aus dem Ort, die die Bank immer als kleinen Rastplatz bei ihrer Spazierrunde nutzen. Mit denen unterhielt ich mich nett. Und ja - André - der dänische Einschlag in meinem Norwegisch war wieder Thema. Tut mir leid, aber das wird wohl so ein Sprachmix bei mir bleiben, auch wenn Du Dir viel Mühe mit mir gegeben hast.



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