#04 - Vetåbua - Zeltplatz am Fluss Hira

Am Morgen wieder alles eingepackt und ab ging’s auf die Schotterstraße. Gleich am Anfang sammelte ich ein paar Schafe ein, die ich vor mir hertrieb. Die hatten in der Hitze aber wenig Lust zu laufen, so dass sie sich seitlich in die Büsche und damit in den Schatten schlugen.

Auch für mich ging es jetzt abseits der Straße im Schatten weiter. Hier stand ein Schild, das erklärte, dass hier eine Wasserzuleitung gebaut werden sollte, um eine weit entfernte Mühle in trockene Zeiten mit Wasser zu versorgen. Bauen mussten es die, die im Laden hatten anschreiben lassen und hier noch Schulden hatten. Aber auch damals wurde schon diskutiert, ob die Mühlenbesitzer einfach so dass Wasser nehmen dürfen und wer das Recht daran hat. 

Nach der Durchquerung des zugegebenermaßen wirklich nassen Waldstückes landete ich an einem Bauernhof. Hier der obligatorische Hinweis, dass die Umgebung Weidegebiet ist und Hunde an der Leine zu führen sind. Und wichtig - am anderen Ende der Leine muss auch jemand sein. Die Mode der auf den Boden schleifenden Leinen hat sich hier noch nicht durchgesetzt. Einmal habe ich es gesehen und ich denke, dass es eine deutsche Urlauberin war. Ansonsten werden die Hunde hier an sehr kurzen Leinen geführt. Spannend an dem Schild war jedoch die Ohrmarkenlegende der Schafe und Rinder. Ich konnte dem entnehmen, dass ich kurz darauf Schafe von P.A.Brenden getroffen habe.

Die Sonne brannte vom Himmel - ich wiederhole das mal, weil es ein Blog über Norwegen ist - und es ging wieder hoch ins kahle Fjell - kein Schatten. Man überlegt sich dann z.B. Dinge, die man aus dem Proviantraum holt, wenn man an der Hütte ankommt: Pfirische, Mandarinen oder Birnen? Oder ist nur Fruchtcocktail übrig? 

Auf der Strecke traf ich relativ viele Tagestouristen. Ziel war wohl das im 2. Weltkrieg hier abgestürzte Flugzeug, was in der Nähe im Fjell liegt. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass die Hütte vollkommen belegt war. Drei dänische Familien mit kleinen Kindern hatten die Haupthütte komplett beschlagnahmt. Sie waren vom 2 km entfernten Parkplatz gekommen und wollten am nächsten Tag dorthin wieder zurück. Überall waren Rucksäcke, Trinkflaschen und Schuhe um die Hütte verteilt. Die hatten sich richtig ausgebreitet. Erstmal war ich etwas geschockt. Zelt aufstellen ging hier definitiv aufgrund der Steine nicht. Ok, dann also wenigstens das Proviantlager inspizieren. Leider gab es hier kein Dosenobst und mein Wunsch nach Gulasch, Bacalao oder Chili con carne hielt sich in Grenzen. 

Ok - Planänderung. Ich habe eine lange Pause im Schatten der Hütte gemacht und mich nett mit einem Ehepaar aus Trondheim unterhalten, die in der Nähe eine Hütte haben und auch kurz Rast im Schatten der Hütte machten. Danach bin ich weitergelaufen in der Hoffnung auf einen Zeltplatz mit Schatten und Wasser. Nach weiteren 7 km hatte ich es geschafft. An einer Hängebrücke über die Hira gab es ein paar Bäume und den perfekten Platz für mein Zelt. Und ich habe mich einfach zur Abkühlung komplett in den Fluss gesetzt. Die Steine waren bemoost, war also gar nicht so hart.



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