Nachdem der Tag gestern einigermaßen stressig war, hieß es heute: Druck rausnehmen und in der Tour ankommen. Auch bei der MassivRuta war der erste Tag schwierig. Körper und Kopf müssen sich erstmal umstellen.
Jedenfalls wollte ich den Tag ruhig angehen und habe erstmal am See gefrühstückt. Aber mit der Ruhe war es bald vorbei, als zwei Väter mit ihren Töchtern im Kindergartenalter von der gegenüberliegenden Seeseite zu „meinem Platz“ kamen. Sie packten eine ganze Menge Zeug aus und fingen an, Eierkuchen zu backen. Bisher konnte ich mir immer nicht vorstellen, dass jemand wirklich unterwegs sowas macht und ich habe über die Rezepte in den norwegischen oder schwedischen Zeitschriften immer gelächelt. Aber anscheinend machen sie es wirklich so und da Eierkuchen auf dem Kocher auch nicht schneller gehen, als in der Pfanne auf dem Herd, war bald ein ordentliches Gequengel zu hören.
Ich räumte meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg. Als ich auf der anderen Seeseite war, kamen mir die wahrscheinlich zugehörigen Mütter mit einem Baby entgegen, pünktlich zu den fertigen Eierkuchen. Ich war immer noch beeindruckt, dass soviel Aufwand für ein Picknick betrieben wird und alles dahin geschleppt, bis ich nach dem Aufstieg vom See zwei Autos stehen sah. Ok, auf Fjelltur nehmen sie das ganze Geraffel dann doch nicht mit. Aber schön fand ich die Idee trotzdem.
Die dunklen Wolken verzogen sich langsam und es kam manchmal sogar ein Stückchen blauer Himmel raus. Auf den Anhöhen hatte man freie Blicke und konnte am Horizont die hohen Berge erahnen. Es war eher hügelig, die steilen Anstiege kommen später. Schwierig waren die Verhältnisse jedoch aufgrund der Nässe, die vom Regen der letzten Zeit immer noch im Boden ist. Das vertraute Schmatzen der Schuhe war wieder mein Begleiter.
Mein Ziel, die Djupslia-Hütte, liegt an einem Stausee. Mein Plan war, nachdem ich angekommen war, baden zu gehen. Das habe ich auch gemacht, nur nicht ganz so, wie gedacht.
Ich hatte vor, im Zelt zu schlafen, weil ich das bei gutem Wetter lieber mag. Als ich das Zelt jedoch aufbaute, entlud sich ein Starkregenguss, so dass zwischen Zeltunterlage und Zeltboden das Wasser stand und ich auch komplett nass war. Um den Rest der Ausrüstung nicht auch noch zu durchweichen, zog ich mit Sack und Pack in die Hütte um und nutzte mal gleich alle Trockenmöglichkeiten. Glücklicherweise war ich in der Hütte allein, so dass ich mich ausbreiten konnte. Das mit dem Baden im See hatte sich dann erledigt.

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