#00 - Anreise

Auch in diesem Jahr erweist sich die Anreise wieder als knifflige Angelegenheit. Eigentlich wollte ich am Nachmittag nur noch den Rucksack zumachen, als mein Telefon auf einmal meldete, dass mein Zug ausfällt. Auf Verspätung hatte ich mich eingestellt, aber nun hieß es auf einmal komplette Planänderung und andere Verbindung, die dann zwischendurch auch angeblich nicht mehr möglich war. Das treibt den Puls dann erstmal hoch. Am Ende war ich jedoch so zeitig in Rostock, so dass ich mich entschloss, von der letzten Straßenbahnhaltestelle zum Hafen zu laufen. Da kann ich wenigstens einschätzen, wann ich ungefähr ankomme.

Am Fährterminal wartete ich dann auf den Terminalbus, der die Fußgänger zum Schiff bringt. Über einen Treppenturm kam man vom Bus auf das Autodeck und keiner wusste so recht, wo es langgeht. Nachdem ich mir unfreiwilligerweise mehrere Decks des Schiffes angeschaut hatte, fand ich die Info und bekam die Schlüsselkarte zu meinem Pod. Das ist sowas wie ein Schließfach zum drin schlafen. In manchen Pods schliefen auch zwei, aber ich bin mein Zweimannzelt gewöhnt, was ich ja auch alleine bewohne und größer war der Pod auch nicht. Die Nacht war kalt und etwas hart. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich meinen Schlafsack benutzt hätte und nicht nur das Laken, was dort lag.

Eine Stunde vor Ankunft wurden wir geweckt und warteten auf den Bus, der uns von der Fähre abholen sollte. Die ganzen Autofahrer konnten die Fähre schon verlassen, während wir warteten, aber dafür hat der Bus dann direkt am Bahnhof gehalten. 

Erst fuhr ich mit dem Vorortzug nach Malmö und von dort mit dem Schnellzug nach Göteborg. Dort hatte ich etwas Aufenthalt, so dass ich mir was zu essen holen konnte und dann ging es weiter mit dem Regionalzug nach Oslo. Das war für mich ziemlich emotional, weil es der gleiche Zug war, mit dem ich 2022 zum Start meines Norge på langs gefahren bin. Und als ich in Halden die Festung gesehen habe, wo ich gestartet bin, wurden die Augen dann doch feucht.

In Oslo hatte ich gleich Anschluss an den Zug nach Lillehammer, so dass ich 18 Uhr, nach 26 h Fahrt, angekommen bin. Das Hostel, in dem ich übernachtet habe, ist direkt im Bahnhof. Die Bahnhofshalle geht direkt in die Rezeption über und wenn man auf sein Zimmer möchte, muss man die Bahnhofshalle queren.

Ich hatte ein Bett in einem Viermannzimmer gebucht. Eine Frau davon war gerade auf dem Olavsweg von Oslo nach Trondheim unterwegs. Ein Stück davon bin ich ja 2022 auch gelaufen.

Abends habe ich mir die Stadt noch angesehen und geschaut, wo ich am nächsten Tag noch Trekking-Nahrung kaufen kann und dann ging es ins Bett. Der erste Tag der Tour wird gleich eine Hammeretappe. Da wollte ich ausgeruht sein.




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